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Lebensmittel

Eier: Haltungsformen und der Code auf dem Ei

Was 0, 1, 2 und 3 auf dem Ei bedeuten, wie viel Platz jede Haltungsform vorschreibt, was Bio zusätzlich verlangt und wie der Erzeugercode aufgebaut ist.

Symbolbild zum Themenbereich Bio-Lebensmittel

Die erste Ziffer auf dem Ei sagt alles: 0 steht für ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Der Unterschied dahinter ist messbar: In der Bodenhaltung dürfen bis zu neun Hennen auf einem Quadratmeter Nutzfläche leben, in der ökologischen Erzeugung sechs, und nur Freiland- und Bio-Hennen haben Anspruch auf mindestens vier Quadratmeter Auslauf je Tier.

Die vier Haltungsformen im Vergleich

Die Zahlen stammen aus den Anforderungen des KAT-Systems, das die Haltungsformen in Deutschland prüft, und aus den Pflichtangaben des Bundesministeriums.

Merkmal0 Ökologische Erzeugung1 Freilandhaltung2 Bodenhaltung3 Käfighaltung
Hennen je Quadratmeter Nutzfläche6max. 9max. 9ausgestaltete Käfige nach EU-Recht: mind. 0,075 m² Käfigfläche je Henne
Auslauf im Freienmind. 4 m² je Tiermind. 4 m² je Tierkein Auslauf vorgeschriebenkein Auslauf
Wintergarten50 Prozent der Stallinnenfläche50 Prozent der Stallinnenflächenicht vorgeschriebennein
Sitzstangen je Tiermind. 18 cmmind. 15 cmmind. 15 cmvorgeschrieben, aber im Käfig
Nester1 Nest je 7 Hennen oder 83 Hennen je m² Nestfläche1 Nest je 7 Hennen oder 120 Hennen je m² Nestfläche1 Nest je 7 Hennen oder 120 Hennen je m² NestflächeLegenest im Käfig
Herdengrößemax. 3.000 Tiere je Gruppemax. 6.000 Tiere je Gruppemax. 6.000 Tiere je GruppeKleingruppen
Futterausschließlich ökologisch erzeugtes Futterkonventionelles Futter zulässigkonventionelles Futter zulässigkonventionelles Futter zulässig
Unterschlüpfe im Auslaufja, mind. 4 je Hektarmind. 4 je Hektarentfälltentfällt

Wichtige Einordnung zur Ziffer 3: Die Käfighaltung ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2026 verboten. Eier mit einer 3 an erster Stelle stammen aus dem Ausland. Sie sind im deutschen Handel als Schaleneier kaum noch zu finden, tauchen aber in verarbeiteten Produkten auf, wo keine Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform besteht.

Den Code auf dem Ei entschlüsseln

Der Erzeugercode besteht aus drei Teilen. Beispiel: 1-DE-0212341

BestandteilBeispielBedeutung
Erste Ziffer1Haltungsform, hier Freilandhaltung
Zwei BuchstabenDEHerkunftsland, hier Deutschland
Zwei Ziffern02Bundesland, hier Hamburg. Die Kennungen laufen von 01 für Schleswig-Holstein bis 16 für Thüringen
Vier Ziffern1234Betriebsnummer
Letzte Ziffer1Stallnummer innerhalb des Betriebs

Ein Bio-Ei aus Bayern hätte damit die Form 0-DE-09XXXXX. Die Stallnummer ist der Grund, warum der Code bis auf einen einzelnen Stall zurückverfolgbar ist. Bei einem Rückruf steht deshalb immer der vollständige Code in der Meldung, nicht nur der Betrieb.

Was Bio zusätzlich verlangt

Die Haltungsform 0 ist nicht einfach Freilandhaltung mit weniger Tieren. Es kommen Anforderungen dazu, die es in den Stufen 1 bis 3 nicht gibt:

  • Ausschließlich ökologisch erzeugtes Futter. Das ist die Anforderung mit dem größten Kostenanteil und der wichtigste Unterschied zur Freilandhaltung, bei der konventionelles Futter zulässig ist.
  • Geringere Besatzdichte im Stall. Sechs statt neun Hennen je Quadratmeter Nutzfläche, also ein Drittel weniger Tiere auf derselben Fläche.
  • Kleinere Herden. Höchstens 3.000 Tiere je Gruppe statt 6.000.
  • Mehr Sitzstangenlänge. 18 statt 15 Zentimeter je Tier.
  • Mehr Nestfläche. 83 statt 120 Hennen je Quadratmeter Nestfläche.

Verbandsware geht noch weiter. Bioland, Naturland und Demeter schreiben zusätzlich die Aufzucht der Bruderhähne vor und lassen die Geschlechtserkennung im Ei nicht zu. Bei Bioland liegt die Obergrenze außerdem bei 140 Legehennen je Hektar landwirtschaftlicher Fläche, eine Kennzahl, die es in der EU-Öko-Verordnung so nicht gibt. Die Einzelheiten stehen auf den Seiten zum Bioland-Siegel, Naturland-Siegel und Demeter-Siegel.

Was auf der Packung stehen muss

Neben dem Code auf dem einzelnen Ei sind auf der Verpackung vorgeschrieben:

  • Güteklasse: Klasse A für frische Eier im Handel, Klasse B für Eier zur Weiterverarbeitung.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: darf 28 Tage nach dem Legen nicht überschreiten.
  • Gewichtsklasse: XL ab 73 Gramm, L von 63 bis 73 Gramm, M von 53 bis 63 Gramm, S unter 53 Gramm.
  • Packstellenkennnummer und ein Kühlhinweis.

Bei Bio-Eiern kommt das EU-Bio-Logo mit der Codenummer der Öko-Kontrollstelle hinzu, wie bei jedem vorverpackten Bio-Lebensmittel. Wie diese Nummer aufgebaut ist, steht auf der Seite zum EU-Bio-Siegel.

Die Marktlage in Zahlen

Der größte Teil der deutschen Eier stammt aus Bodenhaltung mit 58 Prozent, gefolgt von Freilandhaltung mit 24 Prozent und ökologischer Erzeugung mit 14 Prozent. Bio-Eier sind damit die kleinste der drei relevanten Gruppen, wachsen aber gegen die Bodenhaltung.

Der Preisunterschied und woher er kommt

Bio-Eier kosten im Handel deutlich mehr als Eier aus Bodenhaltung. Konkrete Preise nennen wir hier nicht, weil sie sich zu schnell ändern, aber die Kostentreiber sind eindeutig und erklären den Abstand:

  • Futter. Ökologisch erzeugtes Futter ist der größte Einzelposten und teurer als konventionelles.
  • Fläche. Ein Drittel weniger Tiere im Stall bedeutet ein Drittel weniger Eier je Quadratmeter Stallfläche, bei gleichen Baukosten.
  • Auslauf. Vier Quadratmeter je Tier binden Land, das bewirtschaftet und gepflegt werden muss.
  • Legeleistung. Hennen in ökologischer Haltung legen im Durchschnitt etwas weniger Eier je Jahr als Hennen in intensiven Systemen.
  • Bruderhähne. Bei Verbandsware kommt die Aufzucht der männlichen Küken hinzu, die keine Eier legen und langsamer wachsen als Masthybriden.

Wo sich der Aufpreis für Bio besonders lohnt und wo weniger, ordnen wir in unseren Einkaufstipps für Bio-Lebensmittel ein. Kurzfassung: Bei tierischen Produkten ist der Unterschied zwischen den Haltungssystemen am größten, deshalb ist das die sinnvollste Stelle, an der ein begrenztes Budget eingesetzt wird.

Die blinde Stelle: Eier in verarbeiteten Produkten

Die Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform gilt für Schaleneier. Sobald Eier verarbeitet sind, also in Nudeln, Backwaren, Mayonnaise, Fertigkuchen oder Eierlikör, entfällt sie. Bei einem Bio-Produkt ist das kein Problem, weil dort ohnehin nur Bio-Eier verwendet werden dürfen. Bei konventionellen Verarbeitungsprodukten ist die Haltungsform der verwendeten Eier für den Käufer nicht erkennbar.

Häufige Missverständnisse

  • Braune Eier sind nicht gesünder oder natürlicher als weiße. Die Schalenfarbe hängt an der Hennenrasse, nicht an der Haltung.
  • Die Dotterfarbe sagt nichts über die Haltung. Sie hängt am Futter, konkret am Anteil karotinoidhaltiger Bestandteile wie Mais oder Paprika. Ein blasser Dotter ist kein Qualitätsmangel.
  • Freiland heißt nicht, dass die Hennen draußen sind. Vorgeschrieben ist der Zugang zu mindestens vier Quadratmetern Auslauf, nicht dessen Nutzung. Wie viele Tiere tatsächlich hinausgehen, hängt an der Gestaltung des Auslaufs, deshalb sind die Unterschlüpfe im Auslauf keine Nebensache.
  • Bio heißt nicht automatisch regional. Auch Bio-Eier können importiert sein, das Länderkürzel im Code zeigt es.

Weiterlesen

Was die Siegel im Einzelnen verlangen, steht im Bio-Siegel-Vergleich. Welche Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln überhaupt erlaubt sind, klärt die Seite zu den E-Nummern in Bio-Lebensmitteln. Alle Ratgeber im Bereich Bio-Lebensmittel.

Quellen

  • Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur Eierkennzeichnung: Aufbau des Erzeugercodes, Ziffern 0 bis 3, Bundeslandkennungen 01 bis 16, Güteklassen, Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage, Gewichtsklassen, Käfighaltung in Deutschland seit 1. Januar 2026 verboten
  • KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen), Haltungsformen: Besatzdichten, Auslauffläche, Wintergarten, Sitzstangenlänge, Nestflächen, Herdengrößen, Futteranforderung in der ökologischen Erzeugung
  • Verbraucherzentrale zu Kennzeichnung und Herkunft von Eiern sowie zu Eiern aus Käfighaltung in verarbeiteten Lebensmitteln; Marktanteile Bodenhaltung 58 Prozent, Freilandhaltung 24 Prozent, ökologische Erzeugung 14 Prozent
  • Bioland-Richtlinien 03/2026, Anhang 6.11.1 zum höchstzulässigen Viehbesatz (140 Legehennen je Hektar); oekolandbau.de zu Bruderhahn-Aufzucht bei Bioland, Naturland und Demeter

Stand: 11/2026.

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Häufige Fragen

Was bedeuten die Ziffern 0, 1, 2 und 3 auf dem Ei?

Die erste Ziffer des Erzeugercodes nennt die Haltungsform: 0 steht für ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Die Käfighaltung ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2026 verboten, Eier mit einer 3 stammen also aus dem Ausland.

Wie entschlüssele ich den Code auf dem Ei?

Am Beispiel 1-DE-0212341: Die 1 ist die Haltungsform, hier Freilandhaltung. DE ist das Herkunftsland. Die 02 steht für das Bundesland, hier Hamburg, wobei die Kennungen von 01 für Schleswig-Holstein bis 16 für Thüringen laufen. Die vier folgenden Ziffern sind die Betriebsnummer, die letzte Ziffer die Stallnummer.

Was ist der Unterschied zwischen Bodenhaltung und Freilandhaltung?

Im Stall gilt in beiden Fällen dieselbe Obergrenze von höchstens neun Hennen je Quadratmeter Nutzfläche. Der Unterschied ist der Auslauf: Freilandhennen haben Anspruch auf mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche je Tier und einen Wintergarten in Höhe von 50 Prozent der Stallinnenfläche, Bodenhaltung sieht beides nicht vor.

Was verlangt Bio zusätzlich bei Eiern?

Vier Punkte: ausschließlich ökologisch erzeugtes Futter, höchstens sechs statt neun Hennen je Quadratmeter Nutzfläche, Herden von höchstens 3.000 statt 6.000 Tieren und mindestens 18 statt 15 Zentimeter Sitzstangenlänge je Tier. Dazu kommen mindestens vier Quadratmeter Auslauf je Tier wie bei der Freilandhaltung.

Warum sind Bio-Eier teurer?

Der größte Kostentreiber ist das ökologisch erzeugte Futter. Dazu kommen ein Drittel weniger Tiere auf derselben Stallfläche bei gleichen Baukosten, die Fläche für den Auslauf, eine im Durchschnitt etwas geringere Legeleistung und bei Verbandsware die Aufzucht der Bruderhähne.

Woran erkenne ich die Haltungsform bei verarbeiteten Produkten?

Gar nicht. Die Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform gilt nur für Schaleneier. In Nudeln, Backwaren, Mayonnaise oder Eierlikör ist sie nicht vorgeschrieben. Nur bei einem als Bio gekennzeichneten Produkt ist sicher, dass Bio-Eier verwendet wurden.

Sagt die Dotterfarbe etwas über die Haltung aus?

Nein. Die Dotterfarbe hängt am Futter, konkret am Anteil karotinoidhaltiger Bestandteile wie Mais oder Paprika, nicht an der Haltungsform. Ein blasser Dotter ist kein Qualitätsmangel. Ebenso wenig sagt die Schalenfarbe etwas aus, sie hängt an der Hennenrasse.